Das Erkennen der eigenen Identität

Das Erkennen der Eigenen Identität

Eine Reise in die Geschichte

„Warum interessierst du dich so sehr für Geschichte, für das Alte? Das Leben findet doch im Hier und Jetzt statt?“

Ja, diese Frage höre ich sinngemäss immer wieder, wenn ich z.B. während eines Retreats oder nach einer Gruppenmeditation in einem persönlichen Gespräch von meinem Hobby Geschichte bzw. meinem nächsten Buchprojekt, einem historischen Entwicklungsromen, erzähle …

… und ganz klar kommt diese Frage, wenn ich Meditation davor als „Bewusstes SEIN im Hier und Jetzt, im aktuellen Moment“ beschrieben habe.

Es ist eine ganz wunderbare Frage.

Eine stimmige Antwort für mich selbst hat sich erst in den letzten beiden Jahren herauskristallisiert, mit wachsender Bewusstheit mir und meiner Umwelt gegenüber.

Am Beginn meiner Ausbildung als Meditations- und Achtsamkeitslehrer wandte ich mich gerne den Östlichen Philosophien zu, wenn ich Fragen zum SEIN hatte. Ich versuchte diese Philosophien – z.B. Vipassana, Zen, Tibetischer Buddhismus, Tantra – zu begreifen und zu leben.

Doch es blieb bei einer Rolle, die ich spielte. Diese Philosophien unterscheiden sich ganz essentiell von jenen „Tugenden“, die wir im Westen im Verlaufe unserer Erziehung so mitbekommen. Wir sind auf Verstand und Vernunft getrimmt, die östlichen Kulturen basieren auf Intuition und das Vetrauen darauf. Speziell in Europa scheint es nichts den Östlichen Kulturen vergleichbares zu geben ….

… SCHEINT, aber nur auf den ersten Blick.

 

Das Eintauchen

Für mein neues Buch begann ich mich nun vor etwa einem Jahr intensiv mit der Europäischen Geschichte zu beschäftigen (wirtschaftlich, kulturell und spirituell – also ganzheitlich), mit einem Schwerpunkt auf die Römische Geschichte Ende des 2. Jahrhunderts „nach Christi Geburt“ in Nord- und Ostösterreich. Es war die Zeit der beginnenden Christianisierung, zu Beginn mit den Römern als treibende Kraft.

Bald legte ich die „üblichen“ Geschichtsbücher zu diesem Themenkreis auf die Seite. Sie wirkten nicht stimmig auf mich. Ich begann selbst zu recherchieren und vor allem zu erspüren … direkt an den Plätzen, an denen mein Roman spielen sollte.

Die Fähigkeit, Orte und ihre Geschichte zu spüren, habe ich schon lange Zeit … das war mir schon bei meiner Matura (dem Abitur) klar, das ich in eben diesem Fach mit Leichtigkeit und grosser Freude ablegen konnte.

So enstanden „vor meinem geistigen Auge“ ganz klare Bilder über die Geschichte der Gegend rund um Linz, Limes und Donau …

… und aufgrund dieser Bilder begann ich wieder zu recherchieren, alternative Quellen anzuzapfen. Ich wusste nun, wo zu suchen war … nicht bei den Römern, sondern den Kelten, den Völkern des Nordens und bei den Merowingern. Hier ist die Wahre Kultur Europas zu finden, die Kunst, die Spiritualität und somit die ganzheitliche Identität …

… und so begann auch meine eigene Reise zu mir selbst …

… mir wurde klar, die Quelle/die Tür zu meiner Wahren Identität finde ich nicht in fernen, exotischen Ländern und deren Kultur und Philosophie, sondern hier, an Ort und Stelle. Die Gegend in der ich jetzt leben darf ist ein grandioser Schmelztiegel der ursprünglichen europäischen Identität.

 

DAS ERKENNEN DER EIGENEN IDENTITÄT

Diese Identität ist nur verschüttet. Die Römer erkannten die zutiefst natur- und ahnenverbundene Kultur des Alten Europa, konnten sie jedoch nicht begreifen … wie auch schon die Kultur der Etrusker oder Griechen. Sie kopierten, jedoch ohne Herz und Seele.

Zu Beginn verfälschten sie diese Identität nur, in dem sie die Kelten, Gallier und andere Völker als „unkultivierte Wilde“ bezeichneten (und gleichzeitig deren Errungenschaften kopierten, z.B. den Mond-Kalender oder die Herstellung von Werkzeugen).

Mit Beginn des Christentumes wurden die Massnahmen dann tiefgreifender. Die Kraft- und Kultorte, die das Alte Europa verbanden, wurden zerstört bzw. überbaut … nur jene Orte, die der Wirtschaft dienten (schon damals gab es Tourismus und Folklore) oder jene, die von der Römern einfach nicht begriffen wurden, überstanden diese Zeit … für die übrige Zerstörung und Verfälschung sorgten dann spätere Herrschergeschlechter wie die der Franken/Karolinger, immer unter dem Deckmantel des Glaubens. Aus der Zeit der Kelten und Merowinger überlebten nicht einmal ein halber Prozent (!) aller Niederschriften und Zeugnisse.

Das ist nun jene „Dunkle Zeit“, die dem Alten Europa die Identität raubte und jenes kaum greifbare Schwarze Loch, das viele von uns zu Suchenden macht. Wir haben uns Selbst verloren, wir haben unsere Verbindung zur Natur verloren … unsere Wahre Kulturelle und Spirituelle Identität.

 

Begreifen und Erspüren

Aber dieses Identität hat überlebt, sie existiert weiter … im Verborgenen. Die Kraft- und Kultorte sind noch vorhanden, sie sind leicht zu finden … Kirchen stehen darauf, Kapellen, Kruzifixe oder Kreuze … und z.B. bestimmte Baumarten haben sich an diesen Orten erhalten, sehr oft die Eichen.

Wir wandern weiterhin auf den Kraftlinien, die diese Orte verbinden (z.B. der Jakobsweg), wir zelebrieren weiterhin uralte Traditionen, die sich unter anderem Namen und Bedeutung erhalten haben (Halloween, Ostern, Maibaum-Klettern, Perchtenläufe …), wir schminken uns zu bestimmten Ereignissen, wir greifen uns an jene Stellen, die uns weh tun … es ist nach wie vor alles DA.

Es schlummert in uns uns, wir lieben unsere Traditionen, Handlungen und Muster, kennen nur ihre Bedeutung nicht mehr. Sie ist uns nicht bewusst.

Natürlich wurden diese alten Bräuche, Traditionen, Energien oft missverstanden und missbraucht, z.B. im Okkultismus. Das letzte Mal ist noch gar nicht so lange her.

Doch sobald uns dies bewusst ist, wir achtsam bleiben, beginnt die wunderbare Entdeckungsreise.

Ich brauche nicht mehr in den Fernen Osten zu gehen, seit ich dieses Bewusstsein erlangt habe. Ich kann mein Sein und Tun in Verbindung mit der Natur neu beginnen. Ich kann weiterhin ganz bewusst die wunderbaren Werkzeuge Östlicher Philosophien anwenden, kann sie aber mit den grossartigen und naturverbundenen Möglichkeiten der Westlichen Spiritualität ergänzen. Auch die Kelten praktizierten z.B. Formen von „Vipassana“, „Zen“ und „Yoga“, ganz natürlich, immer in Verbindung mit den Elementen der Natur … den Wäldern, den Flüssen, den Felsen, den Moosen … und vielem mehr.

Unser Kulturelles und Spirituelles Erbe ist in unserer Umwelt gespeichert. Wir brauchen es nur zu erkennen und anzuzapfen.

In dieser Bewusstheit habe auch ich mich neu entdeckt und kann diese Erfahrungen in mein Tun einfliessen lassen … mit unserer Wahren Geschichte als Quelle … Vergangenheit verbunden mit dem Hier und Jetzt – mit jedem Moment …

… und das Buch wird neu geschrieben!

 

Es beginnt in uns!

 

Ethik und ImpressumWolfgang Maranius Lugmayr ist Dipl. Meditations- und Achtsamkeitslehrer, so wie Spiritueller Begleiter (weltspirit) und Autor (Felix‘ Bewusster Weg). Sein Tun basiert nicht auf einzelnen Religionen oder Philosophien, sondern auf der Universellen Lebensenergie und in Verbundenheit mit der Natur. Gemeinsam mit seiner Frau Michaela Ejana bietet er u.a. auch Achtsame Ritualwanderungen und Retreats im 5-Elemente-Zyklus an.

 

 

Ein Tee ist fein

Meditationsnetzwerk Österreich

 

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