Der Tantrische und Sutrische Weg zu höherer Erkenntnis

Dieses Thema ist mir in letzter Zeit beim Lesen mehrerer Texte immer wieder begegnet – nun in eigenen Worten:

Der Sutrische Weg:

Sutra – Wort aus dem Sanskrit für „Kette, Faden“, steht für einen niedergeschriebenen indisch-buddhistischen Regelswerks-Text in Versform.

Ziel ist es, unsere 5 Sinne durch Werkzeuge wie Kontemplation, Gebet und Meditation zu überwinden. Unser Bewusstsein zieht sich hinter die 5 Sinne zurück, um das Selbst zu erfahren, höhere Erkentnis zu erreichen – für sich.

Der Tantrische Weg:

Tantra – Wort aus dem Sanskrit für „Gewebe, Kontinuum, Zusammenhang“ – steht auch für „Ausdehnen“, das unendliche Ausdehnen von Wissen und Erfahrung – in nicht niedergeschriebener Form.

Der Tantrische Weg nutzt die Sinne ganz bewusst, als Motor. Wir sind uns der Bedeutung von Wünschen und Begierden bewusst. Es geht nicht um die Befriedigung eines Triebes, sondern um Transzendenz und Transformation. Die freiwerdenden Energien werden genutzt, um das Selbst zu erfahren und höhere Erkentnis zu erreichen – und damit die göttliche Liebe … für sich und den anderen, die Umwelt.

Anmerkung:

Grundlage des Tantrischen Weges ist die Fähigkeit, das Ego mit all seinen Illusionen zu erkennen und sich von ihm zu lösen. Dies kann auch durch den Sutrischen Weg passieren. Der Sutrische Weg kann die Basis für den Tantrischen Weg sein.

… was natürlich auch das Naheverhältnis des Tantrischen Weges zum sexuellen Akt zwischen zwei Menschen erklärt – und das Missverstehen der heutigen Gesellschaft, die stark im Ego schwingt und den sexuellen Akt als Lust(und Ego)befriedigung versteht (vor allem die männliche Seite). Der sexuelle Akt versteht sich im Tantra als wirkungsvoller Weg, um das Selbst – und damit Höhere Erkenntnis und göttliche Liebe – zu erfahren. Dafür ist natürlich auch der Ein- und Gleichklang und die Wertfreiheit der Partner von essentieller Bedeutung.

Sutra und Tantra jeweils kennen ganz wunderbare, uralte Meditationstechniken … während im Sutra die Anleitung im Vordergrund steht, bei der Meditation gewisse Regeln befolgt werden sollten „um etwas zu erreichen“ (z.B. die Bewegte Dynamische Meditation), geht es bei den Tantra-Meditation darum, ohne feste Vorgaben immer neue Erfahrungen zu machen, z.B. durch längeres Betrachten einer „Yantra-Zeichnung“ …

Mehr zu Tantra findest du auch: hier

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