Fortschritt und Rückschritt – am Tag der Erde

Fortschritt und Rückschritt

Ein Gedanke am „Tag der Erde“ – 22.4.2018

Mit so manchem technischen Fortschritt geht ein Rückschritt in der ganzheitlichen Verbundenheit mit unserer Natur einher, wir verlieren den Bezug zu ihr. Doch eben diese Verbundenheit lässt uns leben, ist unser Antrieb.

… Wege …

Ich bin eben auf dem Mursberg nahe Ottensheim in Oberösterreich ein Stück eines uralten Handelsweges abgegangen, der die Donau mit dem Norden verbunden hat. Er ist kaum zu erkennen. Rund um mich blüht gerade die Natur auf, soweit dies angesichts der aktuellen Klima-Situation noch möglich ist. Vor mir sehe ich den Rest eines Fichtenwaldes, schon sehr vom Borkenkäfer und dem Klimawandel in Mitleidenschaft gezogen, mitten drin thront eine unversehrte Buche, die mit den Gegebenheiten umgehen kann … ein Bild für Vergänglichkeit und Neuanfang.

Der Weg, auf dem ich gerade gegangen bin, wird nicht mehr benutzt. Befestigte Strassen wurden gebaut, die einen anderen Verlauf nehmen. Warum wurde dieser Weg genau hier angelegt? Man kann davon ausgehen, dass in der damaligen Zeit rein praktische Gründe für den Wegverlauf gesorgt haben, unter anderem die Geländeformen und bestmögliche Sicherheit vor möglichen Überfällen. Die Anbindung an Labestationen (für Mensch und Tier) waren ein wesentlicher Faktor, wie auch die Vermeidung von Ruhestörung und Energiehaushalt an sprituellen Orten (zum Beispiel Kraft- und Kultplätze).

Die Menschen hatten also gute Gründe, die Wege so verlaufen zu lassen. Man passte sich an die Situation und die Möglichkeiten an. Als der Sprengstoff in den Strassenbau Einzug hielt (einer dieser technischen Fortschritte), wurden neue Wege einfach freigesprengt. Hügel und Berge stellten keine wesentlichen Hindernisse mehr da. Mit fortschreitender Industrialisierung spielte die Geschwindigkeit der Fortbewegung eine immer grössere Rolle, Wege mussten kürzer werden und damit wurden auch die Tabus rund um Wald, Kraft- und Kultorte gebrochen. Wälder, die im Wege standen, wurden von neuen Strassen durchpflügt, die Natur mehr und mehr geschwächt.

Nur wenige Länder (wie zum Beispiel Island) beziehen die Natur in die Bauplanungen mit ein. Sie tun gut daran.

Der Mensch beklagt sich wegen zahlreicher Überschwemmungen. Doch wurde der Natur das Land aus wirtschaftlichen Überlegungen abgetrotzt, ganze Urwälder trocken gelegt, um Platz für Felder zu schaffen. Die Natur wird sich ihren Raum immer zurückholen.


 

Die Natur hat sich an die aktuelle Klima-Situation anpasst. So mancher Baum, so manche Pflanze wird aussterben, dafür wird neues entstehen, wie zum Beispiel das Indische Springkraut, das die Natur mit seinem süssen Duft und der wunderschönen violetten Farbe erstrahlen lässt. Noch wehren sich viele Menschen, in uralten Mustern gefangen, gegen das Neue, doch werden sie diesen Entwicklungen nicht im Wege stehen können. Es hat keinen Zweck.

Das Gleichgewicht in der Natur ist im Kippen begriffen. Der Mensch hat das Gefühl nicht mehr agieren zu können, keinen Einfluß mehr auf die Natur zu haben. Er reagiert nur noch.

Das führt – bewusst oder unbewusst – zu immer skurrileren Abwehrmechanismen und die Flucht in Scheinwelten vielfältiger Art. Wir reden uns zum Beispiel die Betonwüsten schön, die wir bewohnen. Wir trinken, wir rauchen, wir meditieren uns in andere Bewusstseins-Sphären. Wir bauen virtuellen Welten auf, in denen wir so viel Zeit als möglich verbringen … bis uns „die Realität einholt“.

Das alles braucht nicht zu verwundern. Das ist Leben pur.

 


Ich sitze hier inmitten der Natur, mit ihr verbunden und weiß, dass ich in diesen Scheinwelten nicht mehr leben kann. Ich brauche die Natur, um mich wohl zu fühlen, durchzuatmen, in Körper UND Geist frei zu sein.

Bin ich zwischen Betonwänden eingesperrt, starre ich den ganzen Tag auf einen Computerbildschirm, habe ich durchgeplanten Arbeitsprozessen zu folgen, reagiere ich gereizt, werde zunehmend müder und unglücklicher …

… und das ist nicht der Zweck meines Lebens, ich möchte glücklich sein, ich möchte frei atmen, ich möchte leben … ich echt.

Darum mache ich mir, Schritt für Schritt, meine immerwährende Verbundenheit zur Natur bewusst, ich entdecke sie wieder. Ich interagiere mit ihr, übe mich in ihrer Art der Kommunikation, passe mich ihrem Rhythmus an. Es ist ein permanenter Prozess, denn zu lange war ich im technischen Fortschritt gefangen.


Empfindest du ähnlich?

Gerne unterstützten Michaela und ich dich auf deinem Weg in die Verbundenheit mit der Natur und damit mit dir selbst.

 

Ejana und Maranius

 

http://meditation.wolfgang-lugmayr.net/verbundenheit/
http://www.ejana-maranius.net/

passend zum Thema: Herz nimmt Verstand in die Hand – die Österreichische Meisterschaft

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