Zur Idee der Achtsamen Informationstechnologie

Zur Idee der Achtsamen Informationstechnologie

Wie kam es zur Idee der Achtsamen Informationstechnologie?

Ich habe knapp 30 Jahre lang umfangreiche Erfahrung in der Informationstechnologie gesammelt, als Teil der „2. IT-Generation“ (nach den Pionieren in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts). Ich absoliverte eine entsprechende Fachschule, war „Operator“, „Netzwerk-Administrator“, „Projekt-Manager“, Trainer und Consultant in diesem Umfeld in verschiedenen Branchen. Ich habe die IT also aus vielen Blickwinkeln gesehen und ihre Entwicklung „am eigenen Leib“ miterlebt …

… und das im Wahrsten Sinne.

Am eigenen Leib erfahren

Es ist eigentlich nie abschätzbar, wie sich neue Technologien auf den Menschen auswirken, das erfahren die ersten Generationen in diesem Tun oft am eigenen Leib … bei mir ging es auf die Augen, nachdem ich so viele Jahre auf Bildschirme gestarrt habe, die über die Jahre verträglicher, aber auch immer kleiner wurden. Ich bekam etwas, das man heute „Eckige Augen“ nennt, oder „Augenstress“. Ich sehe einfach nicht mehr sehr gut und nach spätestens 3-4 Stunden an einem PC (oder in noch kürzerer Zeit am Smartphone), brauche ich längere Pausen, zumindest bis zum nächsten Tag. Wenn nicht, wird mir schwindelig, übel und auf lange Sicht lässt die Sehleistung weiter nach. Ich kann also meine Tätigkeiten in der IT nicht mehr Vollzeit ausüben, möchte es auch gar nicht mehr.

Vor einigen Jahren habe ich die Ausbildung zum Dipl. Meditations- und Achtsamkeitslehrer gemacht und gerade der Achtsamkeitsgedanke (das Bewusste Sein und Tun im Hier und Jetzt zum Zwecke des eigenen Wohlbefindens) passt sehr gut zu den Entwicklungen in der Informationstechnologie, die seit der Verbindung dieser Technologie mit dem Internet (in Wechselwirkung) Einzug gehalten hat.

Grundsätzlich halte ich die IT für die „Magie des 20. und 21. Jahrhunderts“, wie es mein lieber Freund Harald einmal ausgedrückt hat. Man kann ganz wunderbare Dinge tun und sie unterstützt uns dabei, durch Automatisierungen mehr Freiräume in unserem Leben zu schaffen.

Die Informationstechnoligie hat Ihren eigentlichen Zweck verloren

Doch die Informationstechnologie hat ihren eigentlichen – den bewussten – Zweck verloren. Sie ist intransparent geworden. Früher war sie unser Werkzeug, heute ist der Mensch das Werkzeug der Informationstechnologie, speziell seit dem die „Künstliche Intelligenz“ Einzug in unser Leben gehalten hat … sie ersetzt unsere natürliche Intelligenz, mehr und mehr, die Intuition geht verloren, ein Eckpfeiler unseres ganzheitlichen Seins. Menschen folgen inzwischen lieber einem GPS-Signal als ihrem eigenen Gefühl.

Ich habe also begonnen, die Bereiche Informationstechnologie und Achtsamkeit in meinem Tun zu verbinden, hier beratend zur Seite zu stehen. Es beginnt in uns selbst, den Bewussten Zweck der Informationstechnologie wieder zu entdecken und damit ihre Magie.

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Nachfrage: Was ist der Bewusste Zweck?

Der Bewusste Zweck ist jener Zweck, den etwas für uns selbst tatsächlich hat. Diesen Zweck legen wir selbst fest, nicht jemand Anderer, nicht die Werbung, keine Industrie oder Branche.

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Nachfrage: Hast du ein Beispiel?

Ja, klar … sehr viele (und ich schreibe bereits an einem Buch darüber) … eines davon lass mich hier anführen. Wozu kaufe ich mir ein Smartphone? Vor allem um zu telefonieren, Nachrichten auszutauschen und ja … auch um gelegentlich zu spielen oder mir Notizen zu machen.

Ein praktisches Beispiel – mein Umgang mit dem Smartphone

Aber ich stelle jetzt die Frage: Kaufe ich es auch, damit man mich inzwischen auf Schritt und Tritt verfolgen (Stichwort NFC) oder fast problemlos über meine persönlichen Daten verfügen kann, wenn ich bei einer Registrierung ein Feld zu viel anklicke?

Ich verfüge über einen reichen, eigenen Erfahrungsschatz und kann die eine oder andere Massnahme setzen, um das Smartphone für meinen bewussten Zweck zu nutzen, doch vielen Menschen fehlt dazu das Wissen. Hier kann ich gerne unterstützen …

Es beginnt in mir selbst!

… und auch dabei das Smartphone (und andere Geräte der Informationstechnologie) zur Schaffung zusätzlicher Freiräume in meinem Leben zu netzen, um mich selbst besser kennenzulernen – ein primärer Lebenszweck – und nicht, um mir meine Zeit zu stehlen. Es beginnt in mir selbst.

 

Der Autor des Artikels, Wolfgang Lugmayr, ist Dipl. Meditations-/Achtsamkeitslehrer und Berater für den Achtsamen Umgang mit der Informationstechnologie. Er wohnt mit seiner Herzens- und Lebenspartnerin Michaela im idyllischen Ottensheim an der Donau in Oberösterreich.

Photo by Aaron Burden on Unsplash

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